Um Infostealer-Malware zu bekämpfen, nutzt das aktuelle Chrome 127-Update jetzt App-Bound Encryption unter Windows. Dies soll verhindern, dass Infostealer-Malware auf kritische Benutzerdaten zugreift, insbesondere auf Browser-Cookies und gespeicherte Passwörter.
Private Daten sind in Chrome bereits verschlüsselt. Allerdings variieren die Sicherheitsmethoden je nach Betriebssystem. Chrome verwendet beispielsweise Apples Schlüsselbunddienste unter macOS und greift unter Linux auf systemeigene Wallets zu. Diese Cybersicherheitssysteme schützen die meisten macOS- und Linux-Benutzer erfolgreich vor Infostealer-Malware, aber das Windows-System, die sogenannte Data Protection API (DPAPI), ist vergleichsweise anfällig. Es verhindert nicht, dass bösartige Anwendungen Code auf Benutzerebene ausführen, und daher kann jede Infostealer-Malware, die es schafft, Windows Defender zu umgehen, mit verschlüsselten App-Daten interagieren.
Infostealer-Malware ist in der Regel recht ausgefeilt. Und auch die Hacker, die solche Malware verbreiten, sind clever. Wir haben kürzlich über eine Infostealer-Malware berichtet, die in Google-Suchanzeigen eingeschleust wurde. Menschen lassen sich leicht täuschen und Betriebssysteme sind fehlerhaft. Anstatt also darauf zu warten, dass Microsoft DPAPI verbessert, fügt Google dem bestehenden Sicherheitssystem eine App-Bound-Verschlüsselung hinzu.
„In Chrome 127 führen wir einen neuen Schutz für Windows ein, der die DPAPI verbessert, indem er anwendungsgebundene (App-gebundene) Verschlüsselungsprimitive bereitstellt. Anstatt jeder App, die als angemeldeter Benutzer ausgeführt wird, den Zugriff auf diese Daten zu erlauben, kann Chrome jetzt an die App-Identität gebundene Daten verschlüsseln, ähnlich wie der Schlüsselbund unter macOS funktioniert.“
Auf durch App-Bound-Verschlüsselung geschützte Daten kann nur von einer App mit dem richtigen Entschlüsselungsschlüssel zugegriffen werden. Auf Cookies und Passwörter, die von Chrome 127 unter Windows gespeichert werden, kann also nur über den Chrome-Browser zugegriffen werden. Auf diese Daten kann weder Malware noch andere Software (egal ob bösartig oder harmlos) zugreifen.
Ja, es gibt Umstände, unter denen die App-Bound-Verschlüsselung umgangen werden kann. Malware könnte diese Verschlüsselungsmethode umgehen, indem sie sich beispielsweise Systemrechte verschafft oder Code in Chrome einschleust. Aber wie Google erklärt, lösen diese Aktionen fast garantiert eine Reaktion von Windows Defender aus. Die App-Bound-Verschlüsselungsmethode von Chrome ist zwar nicht narrensicher, stellt aber eine enorme Verbesserung gegenüber dem Standardverhalten von DPAPI dar. Es ist ein Schutz, den mehr Windows-Apps bieten sollten, insbesondere da Infostealer-Malware immer häufiger vorkommt.
Diese Sicherheitsverbesserungen sind in Chrome 127 unter Windows verfügbar. Das Chrome 127-Update wurde Ende Juli ausgerollt und sollte daher bereits auf Ihrem System installiert sein. Sie können Ihre Chrome-Version im Untermenü „Über Google Chrome“ des Browsers überprüfen.
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